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Es werden Posts vom Juni, 2014 angezeigt.

Ist Geben besser als Nehmen?

Der Sinnspruch "Geben ist seliger als nehmen" ist in unserer Gesellschaft weit verbreitet. Aber trifft er auch uneingeschränkt zu? Sicher ist es gut, anderen etwas abzugeben und sie zu unterstützen und nicht nur an sich selbst zu denken und alles haben zu wollen. Dennoch sehe ich auch andere, etwas kritischere Aspekte.

1. Geben als Aufdrängen

Es stellt sich doch die Frage, ob geben wirklich in altruistischer Form erfolgt, oder nicht oft vielmehr ein Mittel zum Zweck ist und vielleicht dazu dient, andere zu manipulieren.

Da wird zum Beispiel dem anderen etwas geschenkt, um ihn zu einer Aktivität zu bringen (zum Beispiel das Sportgerät oder der Gutschein für ein Probetraining), seinen Kleidugsgeschmack dein eigenen Wünschen anzupassen oder aber zu einer Veranstaltung einzuladen, die man doch selbst gerne endlich mal besuchen möchte und nicht alleine hin gehen mag.

Und einem "geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" - also hat der Geschenkte auch die Verpflichtung, …

Bewusst leben - aber ohne Aktionismus

In seinem Blog-Artikel Schwere und Leichtigkeit macht sich Christian Spannagel darüber Gedanken, ehrlich und humorvoll sehr bewusst durch das Leben zu gehen und die Zeit zu nutzen - gerade als Mensch, der wie er als Atheist davon ausgeht, dass die eigene Existenz mit dem Tod endet.

Ich selbst habe mittlerweile eine agnostische Haltung, was für mich bedeutet, dass ich letztlich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es irgendein "höheres Wesen" oder ein Leben nach dem Tod gibt - ich vermute eher nicht, vor allem bin ich aber zu dem Ergebnis gekommen, dass es für mein Leben hier auf der Erde unbedeutend ist.

Mir ist es wichtig, bewusst und in der Gegenwart zu leben, aber bei allem bewusst sein für die Endlichkeit auch nicht in einen Aktionismus zu verfallen und zu meinen, dass ich jetzt das Maximum an Aktivitäten, Erfahrungen etc. aus meinem Leben heraus holen müsste. Diesen Aktionismus erlebe ich oft und bei vielen Menschen und ich habe den Eindruck, dass dieser eher zu Stress f…

The Circle: Google - Facebook - 1984

Das Buch "The Circle" (Amazon*) von Dave Eggers beschreibt ein privates Unternehmen, das sich ganz der Transparenz und Öffentlichkeit aller Menschen verschrieben hat, dies als Ideal verkauft und es allen Menschen aufzwingen will.

Vieles, was darin beschrieben wird, lässt sich heute bereits in sozialen Netzwerken beobachten und ist technisch bereits machbar, wenn auch noch nicht in der im Buch beschriebenen Perfektion.

So gibt es ja bereits Geräte, die fortlaufend Vitalfunktionen wie Puls, Sauerstoffsättigung oder Schritte messen und in der Cloud speichern, auf Wunsch auch veröffentlichen. In "The Circle" trägt man dafür dann irgendwann einen Chip in sich, der Säuglingen verpasst wird und einen dann sein Leben lang begleitet.

Der Roman zeigt sehr schön auf, welche Schattenseiten auf den ersten Blick positiv erscheinende Entwicklungen haben können und wie sie zum Gegenteil von dem führen können, für das sie eigentlich gedacht waren.

So ist es in "The Circle"…